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Dresden – Krakau (in den wilden Osten)

Nach Rumänien, Montenegro/Albanien beschließen wir, Verena und ich, Ende 2025 den Osten weiter zu entdecken. In der Slowakei waren wir beide noch nie und in Polen war ich auch noch nie. Also melden wir uns an und freuen uns auf die anspruchsvolle Tour von Quäldich.

Anreisetag: Wir reisen mit dem Auto an. Vor dem Abendessen haben wir noch Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung. Wir kommen am Residenzschloss, am Zwinger, der Semperoper vorbei und dann geht’s zur Augustusbrücke über die Elbe. Von der kann man die Thingstätte sehen auf der Roland Kaiser zwei Konzerte gibt. Viele 'Fans' lassen sich vor dem Konzertgelände nieder und geniessen ein Picknick am Elbeufer mit kostenloser Musik. Wir gehen zum Abendessen und lernen die Guides und Teilnehmer kennen.

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Abbildung 1: Alle Guides und Teilnehmer angekommen in Krakau


Tag 1 Sonntag, 9.08.2026, 150,7 km, 1827 Hm

Um 8.30 Uhr geht es mit dem Rad zu einem ersten Fotostopp vor der Frauenkirche. Auf dem Platz vor der Frauenkirche warten hunderte Radler auf den Start des Velorace Dresden. Wir machen uns vor deren Start auf dem Weg. Wir radeln zum Elberadweg und teilen uns in 3 Gruppen auf. Es geht entlang der Elbe vorbei an den Elbschlössern, dem Elbsandsteingebirge und der Festung Königstein bis zur tschechischen Grenze. Nach dem ersten kurzem Getränkestopp hinter der Grenze, geht’s in den ersten Anstieg. Die Pause erwartet uns leider erst bei Kilometer 85 und muss mit bis zu 19 % Steigung auf den letzten Kilometern hart erarbeitet werden. Zur eigenen Überraschung ist die Gruppe 3 trotz identischer Strecke als erste oben und darf somit als einzige das mit hoher Kunstfertigkeit hergerichtete Buffet noch in seiner vollen Schönheit bewundern. Die Gruppen 1 und 2 haben sich unterdessen vereint und treffen ebenso hungrig ein.Nach der Pause nähern wir uns über das Lausitzer Gebirge dem Jeschken, der auf gut 1.000 Meter über Liberec thront und uns mit einem grossartigen 360-Grad-Panorama belohnt. Wie überall ist es auch hier oben warm und sonnig. Ab jetzt geht es nur noch bergab und in Liberec für die meisten schnurstracks zum Schmutzbier auf dem Marktplatz mit Blick auf das imposante Rathaus.Das Grand Hotel Liberec ist zum Glück gleich um die Ecke und bietet einen würdigen Abschluss für diesen tollen ersten Tag.

 

Tag 2 Montag, 10.08.2026, 124,8 km, 2237 Hm

Wir starten wieder mit 3 Gruppen. Alle Gruppen sich gleich groß. Nach anfänglicher Skepsis sind hinterher alle mit diese Lösung glücklich. Es hatte am Vortag beim Überholen der Autos in Tschechien einige kritische Momente gegeben. Da man hier nur in Einerreihe fahren darf, war das Überholen für die Autofahrer stressig und für uns gefährlich.

Wir begeben uns nach kurzer Einrollphase in den ersten Anstieg zum Isergebirge. Es geht über schöne, schmale Strassen ohne Autoverkehr durch die Wälder. Die Natur erinnert an dem Schwarzwald. Wir verlassen das Isergebirge und erreichen das Riesengebirge und fahren zu einem Berghaus auf knapp 1200m. Wir werden mit einem Blick auf die Schneekoppe und einem Kneippbad belohnt. Hier gönnen wir uns eine Kofola, eine in Tschechien sehr populäre Kräutercola.

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Abbildung 2: Kneipen und Kofala geniessen

Die letzte Abfahrt führt uns zum heutigen Hotel mit eigenem Golfplatz.

 

Tag 3 Dienstag, 11.08.2026, 162,4 km, 2343 Hm

Wir verlassen Rübezahl und das Riesengebirge und fahren zur polnischen Grenze, die wir nach 47 km erreichen. Kurz darauf müssen wir auf eine Europastraße für 9 km, viel Verkehr und einige LKWs. Danach wird es richtig schön. Wir kommen auf die Sudetenstraße, die uns einmal längs durch das Adlergebirge führt. Nach 85 km wartet die Mittagspause an einem sehr schönen Platz an einem See.

Nach der Stärkung geht es hügliger weiter und eine sehr sehr lange Baustelle gilt es zu überstehen. Das Hotel liegt dann kurz vor der Passhöhe auf 1000 m.

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Abbildung 3: Nach der Etappe beim Schmutzbiertrinken

Noch eine unglaubliche Geschichte zu dem Tag. Kurz vor der Abfahrt am Morgen kommt unser Guide und zeigt uns ein abgerissenes Kabel vom hinteren Schaltwerk. Unsere Schaltungen sind alle in Ordnung. Wir starten. Nach ca. 3 km kommt uns der Guide der Gruppe 3 entgegen. Es ist sein Kabel. Reparieren ist hier auf der Straße unmöglich. Ich habe auch große Bedenken, ob es ohne Werkstatt zu reparieren ist. Der Guide schafft die 160 km im Zweigangmodus, Respekt. Die Guides schaffen es das Kabel wieder instandzusetzen. Die Abrissstelle lag im Rahmen. Hätte nicht gedacht, dass sie es wieder hinbekommen.

 

Tag 4 Mittwoch, 12.08.2026, 161,2 km, 2280 Hm

Morgens ist es auf 1000 m sehr frisch. Eigentlich gut nach den letzten heissen Tagen. Also ziehen wir heute etwas mehr an. Die Zusatzsachen können wir dann nach der Abfahrt dann gleich wieder ausziehen. Es kommen 2 Pässe zum Warmwerden, dann geht's zum Altvater (Praděd). In der Anfahrt ist sehr viel Verkehr, das sind alles Wanderer, die einen Parkplatz suchen. Im Anstieg sind wir die Autos los, nicht aber die Wanderer. Oben angekommen gibt es 360-Grad-Panorama, dass man mit dem Rad abfahren kann. Also einmal um dem Turm herum und die Aussicht geniessen.

Nach der 15 km langen Abfahrt kommt ein kurzer Gegenanstieg und dann geht es 100 km durch das mährische Hügelland. Gut wenn man eine Gruppe hat, denn der Gegenwind macht es einem nicht leicht.

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Abbildung 4: Auf dem Altvater angekommen


Tag 5 Donnerstag, 13.08.2026, 112,1 km, 1328 Hm

Nach 2 langen Etappen nun eine kürzere zum Durchschnaufen, denkt man. Die Hitze macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir durchqueren die Beskiden auf einsamen Waldwegen und erreichen nach 40 km die Slowakei. Nach einem weiteren Pass erreichen wir das Tal der Kysuca, dass wir auf guten Radwegen durch fahren.
Über den Sedlo Lutiska fahren wir hinab nach Terchová, vorbei an der Statue des slowakischen Robin Hoods Juraj Jánošík zum finalen Pass des Tages.

 

Tag 6 Freitag, 14.08.2026, 156,5 km, 2038 Hm

Heute geht es in die Hohe Tatra. Nach einer kurzen Abfahrt, erreichen wir die Hauptstraße, die wir nach 13 km verlassen und eine kleine Straße führt uns bergab ins Tal der Orava mit mehr Verkehr. Über einen Pass erreichen wir den Liptauer Stausee. Auf guten Radwegen radeln wir in Richtung der Hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge der Welt. Wir haben unsere Mittagspause an einem kleinen feinen See. Gestärkt geht es nun an der Südflanke stetig bergauf. Bevor es zum Etappenziel geht, nehmen wir eine kleine Stichstraße, die uns zum Popradske pleso führt, einen Bergsee mitten in der Hohen Tatra auf 1.346 Metern Höhe. Wunderschön. Linker Hand kann man eine Skisprungschanze sehen.

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Abbildung 5: Popradske pleso mit Sprungschanze links

Auf gleichem Weg bergab und die letzten Kilometer zum Hotel. Das Tagesziel ist eine Art Resort mit sozialistischem Charme. Es gibt neben einem Wildschweingehege auch einen Pool, den wir ausgiebig nutzen.

 

Tag 7 Samstag, 15.08.2026, 132,9 km, 2177 Hm

Aus der Hohen Tatra führt uns die Strecke über viele kleine Anstiege in die Zipser Magura und nach Polen. Wir erreichten Osturňa ein ultralanges Goralen-Dorf wie aus dem Freilichtmuseum. Die Häuser sind aus Holz gebaut mit einer speziellen Technik und sehen sehr ansprechend aus. Wir machen hier eine Cafépause und können nebenbei eine Oldtimerrallye bestaunen.

Nach der Pause erwarten uns einer der steilen Anstiege mit Blick auf das Dorf. Wir können später die Hohe Tatra von der Nordseite bewundern. Nach 70 km erreichen wir die Staumauer des Dunajec-Stausee mit Blick auf die Burg Niedzica. Am Ende des Stausees endlich die Mittagspause, heute ist es wieder extrem heiss. Trinken ist angesagt oder besser gesagt saufen (Cola und Wasser).

Gestärkt geht es in das Trainingsgebiet der Tour-de-France-Femmes-Siegerin Kasia Niewadoma. Es gibt hier eine ausgeschilderte Strecke der TdF Siegerin (geht nur rauf und runter) auf der wir auch einige Kilometer rollen. Nach dem letzten Anstieg rollen wir nach Limanowa, der Geburtsstadt der Tour-de-France-Femmes-Siegerin.

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Abbildung 6: Ochotnica Challange 117 km und 3520 Hm

 

Tag 8 Sonntag, 16.08.2026, 86,8 km, 966 Hm

Nur knapp 90 km trennen uns vom Ziel Krakau. Nach einem sehr guten Frühstück starten wir das letzte Mal in 3 Gruppen. Neben dem Resteessen ist ein pilzartiger Stein der Höhepunkt bevor wir erschöpft die 800.000-Einwohner-Metropole Krakau erreichen. Die Fahrt bis ins Zentrum zum Rynek Główny, dem größten mittelalterlichen Marktplatz Europas, führt uns auf Radwegen entlang der Weichsel. Wir finden für alle ein Café und geniessen Getränke zu deftigen Preisen.

Die Hitze ist wieder unerträglich und hat uns geschlaucht. Zum Glück gibt es hier auf dem Platz Sprühduschen, die wir auch nutzen, herrlich. Dann radeln wir die letzten Kilometer zum Hotel, duschen und begeben uns auf den Stadtbummel. Die Stadt hat sehr viel zu bieten. Neben dem Schloss mit Kathedrale und den vielen Kirchen bietet der historische Stadtkern viel zum bestaunen. Wir geniessen unser letztes gemeinsames Abendessen im Jüdischen Viertel. Es werden viele einheimische Spezialitäten, wie z. B. Piroggen (Teigtaschen), aufgetischt. Es gab aber keine Krakauer.


Rückfahrt: Mit dem Bus geht’s zurück nach Dresden. Wir können unseren Augen kaum trauen, es regnet auf der Fahrt hinaus aus Krakau.

Die meisten fahren nach der Ankunft noch Richtung Heimat. Wir übernachten noch zweimal und besichtigen das Hygienemuseum, den Zwinger, die Frauenkirche und die Semperoper. Das grüne Gewölbe hatte leider zu. Dresden lohnt sich auf jeden Fall für einen Kurztrip oder auch länger. Fazit: Die Karpaten gehörten für mich immer zu Rumänien und zwar nur zu Rumänien. Mir war nicht klar, das die Hohe Tatra dazu gehören und das es so viele kleine weitere Gebirge sind, die zu den Karpaten gehören.

Die Tour war anders als ich erwartet hatte. Im Rückblick doch sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Die Bewertung mit C+ (höchste Level bei QD) ist absolut richtig. Die tollen Guides und die ebenso tollen Mitleidenden machten aus der Tour dann doch auch ein fantastisches Vergnügen. Aber würde ich die Tour wieder machen, nee, einmal reicht.

Andy

 

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Abbildung 7: Pause an einem herrlichen Bergsee