Samstag, der 24. Juni 2017, noch immer glüht der Asphalt von der vergangenen Hitzewoche mit Temperaturen bis über 30 Grad. Kaum vorstellbar, was am folgenden Dreiländergiro-Sonntag geschehen sollte.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster bestätigt den angekündigten Regen, problematisch sieht das aber nicht aus. Nach kurzem Frühstück verlege ich das Warmfahren trotzdem in den trockenen Hotel-Fitness-Raum.

Ab zum Start. Im Vergleich zum Vorjahr steht da ein überschaubarer Haufen. Erst im Ziel erfahre ich, dass auch Udo, Gerd und Henrik an den Start gegangen sind. Punkt 6:30 Uhr geht es los. Noch ist es nur nass. Ein spektakulärer Blitzeinschlag oberhalb des Reschensees inspiriert einen Mitradler zur Schlagzeile: "Was für ein Ende, am Stilfserjoch vom Blitz erschlagen".

Wenigstens das blieb uns erspart. Nachdem wir die Abfahrt nach Prad glücklich gemeistert haben, ging es rauf in die dichten Wolken rund ums Stilfserjoch. Ununterbrochen regnet es, wir tauchen die Sturzbäche hinauf und die Temperaturen fallen dramatisch.

An der Verpflegungsstelle oben auf der Passhöhe muss ich mir helfen lassen, die Regenjacke wieder anzuziehen. Es ist zu kalt, alles zittert. Dann die Abfahrt über den Umbrailpass bei etwa 1 Grad. Ich sehe vor mir zwei, die ich langsam aber sicher einhole. Einer davon ist plötzlich weg, später habe ich erfahren, dass er wegen der Kälte nicht mehr steuern konnte und aufgeben musste.

Unten angekommen bin ich froh, dass es wieder bergauf geht und es wieder etwas Wärme von innen gibt. Wir holen einen weiteren Radler an der Auffahrt zum Ofenpass ein und begeben uns gen Engadin. Am Ova Spin hören wir Rufe "Platz 6 bis 8", das wäre ja ganz ok...

Ein guter Tempomacher ist dabei. Ich fahre nur kurze Ablösungen. Nervig waren die Baustellen, bei fast allen mussten wir warten und haben viel Zeit verloren. Das war die Jahre vorher nicht so extrem. Endlich der Schlussanstieg über die Norbertshöhe. Der Tempomacher darf ziehen, ich komme vom Dritten im Bunde weg und überhole noch einen, der am Ende seiner Kräfte war.

An diesem Tag waren Zeiten und Platzierungen zweitrangig, Ankommen war der Sieg. Nur etwa 650 haben es in die Ergebnislisten geschafft. Auf unserer Strecke immerhin 377, von denen 331 das Ziel erreicht haben. Auch Gerd, Henrik und Udo haben sich durchgekämpft, mussten sich gegen heftigen Regen, Kälte und Gewitter wehren. Udo war noch Stunden später durchgefroren.

Hervorragend das Ergebnis von Henrik, dessen allererste Alpenfahrt gleich auf Platz 40 endete. Persönlich habe ich mit Platz 6 und dem Sieg meiner Altersklasse im dritten Anlauf das große Ziel erreicht.

Ergebnisse:   http://www.mall-nauders.at/dlg/index.php

Sven

   

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